Die unsichtbare Gefahr: PFAS-Chemikalien in unserer Umwelt – Holie Living

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Die unsichtbare Gefahr: PFAS-Chemikalien

Geschrieben von: Elenja Vogel - Gastbeitrag von Homesome

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Lesezeit 6 min

PFAS – nur vier Buchstaben beschreiben eine Stoffgruppe, die schätzungsweise mehr als 10.000 verschiedene Chemikalien umfasst. Diese Stoffe werden zur Herstellung vieler Alltagsprodukte verwendet und sind in der Industrie vor allem wegen ihrer besonderen chemischen Eigenschaften geschätzt. Doch die Schattenseiten überwiegen gegenüber den Vorteilen: Denn die PFAS-Chemikalien sind für die Ewigkeit gemacht und wirken sich außerdem stark gesundheitsschädigend aus.

Das Jahrhundertgift schlechthin: Was sind PFAS-Chemikalien?

PFAS steht für die Kurzform von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen. Hierbei handelt es sich um eine Gruppe von Chemikalien, die in vielen Alltagsprodukten vorkommen und sich vor allem durch ihre wasser- und fettabweisenden Eigenschaften auszeichnen. Aktuell werden dieser Gruppe schätzungsweise mehr als 10.000 verschiedene Stoffe zugerechnet.

Aufgrund ihrer einzigartigen chemischen Struktur, die sie besonders widerstandsfähig gegenüber Hitze macht, stehen PFAS aber nun auch zunehmend in der Kritik. Denn diese Stoffe sind nicht nur besonders stabil und deshalb in vielen Industriebereichen so beliebt, sondern auch sehr schwer abbaubar. Gelangen sie einmal in die Umwelt, lassen sie sich nur sehr schwer wieder entfernen und bleiben dort über Jahre und Jahrzehnte bestehen. Deshalb spricht man auch vom sogenannten Jahrhundertgift oder im Englischen von Forever Chemicals.

Bekannte PFAS-Chemikalien

Es gibt eine Vielzahl von PFAS-Verbindungen, die täglich zur Herstellung verschiedener Alltagsprodukte zum Einsatz kommen. Manche darunter werden schon seit Jahren wegen ihrer Toxizität in den Medien stark diskutiert. PFOS und PFOA sind aus diesem Grund in der EU verboten, doch stattdessen sind noch viele weitere PFAS-Chemikalien im Umlauf und reichern sich weiterhin in der Umwelt an. Dazu gehören u. a. Stoffe wie Gen-X, ADONA oder PFBS.

Das wahre Ausmaß der PFAS-Verschmutzung konnte erstmals in dem Forever Pollution Project – einem gemeinsamen Projekt von über 18 europäischen Medien – aufgedeckt werden. Europaweit wurden mehr als 17.000 Standorte mit erhöhten PFAS-Werten nachgewiesen und auf der Karte vermerkt.


Zudem gibt es laut des Berichts der beteiligten Reporter:innen mehr als 2.100 Hotspots und es wird von weiteren 21.000 mutmaßlich belasteten Standorten ausgegangen. In unserer Umwelt sind teilweise derart hohe PFAS-Konzentrationen, dass die betroffenen Anwohner:innen vielerorts vor dem Verzehr von regionalem Gemüse und Eiern gewarnt worden sind.

Zwei Hände halten einen Netzbeutel in dem sich Gemüse befindet.

Wo sind PFAS enthalten?

Leider sind die Ewigkeitschemikalien fast überall. PFAS werden häufig in Antihaftbeschichtungen von Teflonpfannen, Imprägniermitteln und Feuerlöschschaum verwendet. Aber hier hört die Liste noch längst nicht auf. Die Stoffe kommen wegen ihrer chemischen Eigenschaften auch sehr häufig in der Textil- und Automobilindustrie zum Einsatz und sind selbst in Lebensmittelverpackungen, Outdoor-Ausrüstung, Kinderspielzeug und sogar in Toilettenpapier zu finden.


Wie weitreichend die Verbreitung von PFAS ist, und wo du in deinem Alltag mit den Chemikalien in Kontakt kommen könntest, macht die folgende Liste deutlich.

Alltagsprodukte, die häufig PFAS enthalten

  • Pfannen und andere Küchenutensilien mit Antihaftbeschichtungen
  • Backpapier
  • Kosmetika (wasserfester Mascara und Lippenstift, Shampoo etc.)
  • Toilettenpapier
  • Elektronikgeräte
  • Textilien
  • Kleidung
  • Feuerlöschschaum
  • Imprägniermittel für Kleidung und Schuhe

  • Lebensmittelverpackungen (oft in Fast-Food-Verpackungen)
  • Zahnseide
  • Möbel und anderes Zubehör (z.B. Sofas, Matratzen und Kissen)
  • Regenjacken und Outdoor-Ausrüstung
  • Periodenunterwäsche
  • (wasserabweisendes) Kinderspielzeug
  • Reinigungsmittel
  • Farben und Lacke
  • Skiwachse

PFAS und die Gesundheit: Was macht diese Stoffe so gefährlich?

Das Problem an der rasanten Verbreitung der per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen besteht darin, dass sich diese in unserer Umwelt anreichern. PFAS sind sehr persistent und lassen sich nicht so einfach wieder aus unseren Ökosystemen entfernen. So gelangen die Forever Chemicals nach und nach auch in die Nahrungskette von Mensch und Tier und stellen eine ernstzunehmende Belastung für unsere Gesundheit dar.


Denn der menschliche Körper weiß mit den PFAS-Chemikalien wenig anzufangen. Es kommt zur Bioakkumulation, d.h. zur Anreicherung von PFAS, da der Körper mehr Chemikalien aufnimmt, als er wieder ausscheiden kann. Das wiederum hat gravierende Folgen für die Gesundheit und kann zu vielen Krankheiten führen.

Auswirkungen von PFAS auf die Gesundheit

Immer mehr wissenschaftliche Studien belegen, dass die Ewigkeitschemikalien langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit haben können. Die Liste von Erkrankungen, die mit PFAS in Verbindung gebracht werden, wird immer länger. Zu einigen bekannten Krankheitsbildern, die durch PFAS ausgelöst werden können, zählen u. a. Schilddrüsenerkrankungen, hormonelle Störungen, Schädigungen der Leber und Nieren sowie Unfruchtbarkeit.

Außerdem wird vermutet, dass die per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen das Immunsystem beeinträchtigen können, zu einem erhöhten Cholesterinspiegel und Bluthochdruck führen und in manchen Fällen sogar Krebs und Tumore verursachen (häufig kommt es zu Nieren- und Hodenkrebs). 


Gerade die Kleinsten unter uns sind besonders gefährdet, da sie sich noch in der Entwicklung befinden und PFAS die neurologische Entwicklung von Kindern beeinflussen können. Umso erschreckender ist es, dass PFAS auch immer öfter in der Muttermilch nachweisbar sind.

Kinder in Regenstiefeln stehen auf nasser Erde

Gibt es ein PFAS-Verbot?

Die öffentliche Debatte um PFAS und deren Regulierung wird immer lauter. Für viele hat das Forever Pollution Project aufgezeigt, wie wenig bislang auf gesetzlicher Ebene geschehen ist, und so fordern immer mehr Menschen eine klare Vereinbarung zur Entsorgung von PFAS sowie eindeutig definierte Grenzwerte.


Aktuell gelten in Österreich und Deutschland noch keine spezifischen Grenzwerte für das Trinkwasser und es besteht keine Testpflicht für Wasserversorger. EU-weit soll sich das nun aber ändern.


Expert:innen kritisieren jedoch, dass die geplanten Grenzwerte zu hoch sind und dass die Politik und Wirtschaft schnellere Maßnahmen ergreifen müssen. Zudem wird bisher nur von Grenzwerten für das Trinkwasser gesprochen, nicht aber von einer Regulierung der Entsorgung und Freisetzung von PFAS. Daher besteht die Gefahr, dass die giftigen Chemikalien weiterhin unkontrolliert in die Umwelt gelangen.

 

Ein gänzliches Verbot der Stoffe wird derzeit noch diskutiert. Es bleibt also wichtig, über die verheerenden Folgen von PFAS im öffentlichen Diskurs aufzuklären, um entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Wasser fließt auf zwei Hände vor schwarzem Hintergrund

3 Tipps, wie du dich dennoch vor PFAS schützen kannst

Angesichts der weltweiten Verbreitung von PFAS, ist es schwierig, den Kontakt mit ihnen vollständig zu vermeiden. Dennoch kannst du dich im Alltag durch ein paar Maßnahmen ein Stück weit vor diesen Umwelt- und Wohngiften schützen.

1. Gesunde, PFAS-freie Alternativen

Möchtest du den Kontakt mit PFAS meiden, dann sorge am besten dafür, dass du weniger Produkte und Gegenstände verwendest, die die giftigen Stoffe enthalten. Dabei gehst du am besten bei dir zu Hause Raum für Raum vor. Begutachte dabei deine Dinge und ersetze bei Gelegenheit die alten, zerkratzten Teflonpfannen durch PFAS-freie Pfannen aus Edelstahl und andere betroffene Gegenstände.


Beim Kauf neuer Produkte lohnt es sich außerdem darauf zu achten, dass diese nach Möglichkeit natürlich und ökologisch einwandfrei sind. Dabei können dir Zertifizierungen vom Blauen Engel oder Ökotest mehr Orientierung bei der Suche nach einem sicheren Produkt geben. Außerdem werden manche Produkte auch direkt als PFAS-frei gekennzeichnet.

2. Putzen, aber nur mit natürlichen Reinigungsmitteln!

Vorsicht vor den Staubmäusen! Denn gerade hier sammeln sich gerne PFAS an und können somit eine Belastung für deine Raumluft sein. Deshalb hilft hier nur eins: regelmäßiges Aufräumen, Staubsaugen und Putzen sind ein absolutes Muss, um die Forever Chemicals in deinen vier Wänden zu reduzieren.


Für einen ordentlichen Hausputz braucht es aber meist nicht mehr als ein paar natürlicher Putzmittel. Vermeide also lieber die aggressiven, teils PFAS-lastigen Reiniger aus dem Supermarkt und greife am besten direkt zur Zitronensäure oder zum Essigreiniger.

Ganze und aufgeschnittene Zitronen auf einem weißen Tuch

3. Ernähre dich gesund und ausgewogen

Wenn du auf eine gesunde Ernährung achtest und für dich selbst kochst, dann senkst du damit schon das Risiko, PFAS über deine Lebensmittel aufzunehmen. Die fett- und wasserabweisenden Stoffe sind nämlich vor allem in Fast-Food-Verpackungen zu finden (auch in vielen vermeintlichen Öko-Verpackungen aus Papier).


Außerdem lohnt es sich, generell recyceltes Papier und PFAS-frei gekennzeichnete Papierprodukte zu verwenden, um die Quelle für PFAS in deinem Haushalt weiter zu reduzieren.

Fazit

In einer Welt, in der wir von einer Vielzahl von Chemikalien umgeben sind, wird es immer wichtiger, dass wir alle aktiv etwas gegen die Belastung unserer Umwelt tun. Das betrifft auch und gerade die mehr als 10.000 Stoffe zählende Gruppe der PFAS. Diese Stoffe reichern sich schon seit Jahrzehnten in unserer Umwelt an und werden aufgrund ihrer extremen Stabilität auch als Ewigkeitschemikalien bezeichnet.


Mittlerweile sind PFAS fast überall zu finden, weshalb sie in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt sind. Sie lassen sich nur schwer wieder aus der Umwelt entfernen und stehen dazu noch unter Verdacht, zahlreiche Krankheiten hervorzurufen. Ein gänzliches PFAS-Verbot gibt es in der EU bislang noch nicht, es wird aber aktuell öffentlich debattiert.

Quellen

Über Homesome

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